Bei einer Umfrage in meinem Lieblings-Laufforum "laufen-aktuell.de" wurde im Februar 2005 die Frage gestellt, warum man läuft. Ich habe mir dazu mal meine Gedanken gemacht und dies, leicht poetisch angehaucht, in die Tasten gehauen: 

Strandläufer

Ich laufe, weil... 

Ich begann zu laufen, weil ich immer schon einen Marathon laufen wollte.

Ich lernte, das Laufen zu lieben.

 

Jetzt laufe ich, weil ich mich gerne in der Natur bewege.

Weil ich es liebe, durch stille Herbstwälder und unberührten Schnee zu laufen.

Am Meer. Am See. Über Hügel und Berge.

Aber auch durch den Lärm von jubelnden Zuschauern und Sambabands.

 

Ich laufe, weil ich gerne mal eine Weile mit mir alleine bin.

Aber auch, weil ich das Laufen mit Anderen genieße.

Weil ich durch das Laufen andere Menschen kennenlernen kann.

Und mich selber.

 

Weil ich meine Heimat und andere Orte erleben, erlaufen möchte.

Weil ich mich sonntags auf die bekannten Gesichter am See freue.

Weil ich meine Ausdauer steigern und mein Gewicht senken kann.

Weil ich mein Gehirn durchlüften und mich entspannen kann.

Weil ich meinem Körper etwas Gutes tu – auch wenn ich ihn manchmal quälen muß.

 

Ich laufe, um neue Grenzen für mich kennenzulernen.

Um sie zu überschreiten.

Länger laufen als zuvor.

Oder schneller als zuvor.

Vielleicht auch mal schmerzhafter als zuvor.

 

Ich laufe für die Erinnerung an den ersten Wettkampf, den ersten Marathon.

Für die Vorfreude auf Anstehendes.

Für die Zufriedenheit über Fortschritte.

Für den Stolz auf Geleistetes.

Für die Freude über schöne Läufe, verbesserte Zeiten.

Für das intensivere Erleben der Natur, der Jahreszeiten, des Körpers.

 

Ich laufe für die Anerkennung von anderen und für den Stolz auf mich selbst.

Für das gute Gefühl, wenn man sich trotz widriger Umstände aufgerafft hat.

Für das gute Gefühl, nach einem schönen Lauf zufrieden unter der heißen Dusche zu stehen.

Und für das gute Gefühl, seine bisherigen Grenzen überwunden zu haben.

 

Weil es noch so viele gute Gründe für das Laufen gibt.

 

Weil Laufen zu einer Lebenseinstellung für mich wurde.

 

Ich bin zum Läufer geworden.

 

 

( im Februar 2005)

Foto: Pixelquelle.de

 

 

 

 

 

 

 

 

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