Ziele für 2003:

 

Für 2003 hatte ich mir die erste Teilnahme an einem 10-km-Wettbewerb für April/Mai vorgenommen, sofern nicht wieder Verletzungen dazwischenkommen und ich nicht Gefahr laufe, mit der „roten Laterne“ ins Ziel zu kommen. Einigermaßen mithalten wollte ich schon ganz gerne. Meine Wunschzeit lag bei 50 Minuten. Ob dies schon realistisch in Angriff genommen werden konnte, sollten zunächst Testläufe und ein Training mit (bisher noch nicht durchgeführtem) Tempo verbessernden Trainingseinheiten nach einem noch zu erstellenden Trainingsplan zeigen.

 

Nach meiner angepeilten Wettbewerbs-Premiere im Frühjahr wollte ich gerne im Laufe des Jahres noch an weiteren Volksläufen über 10 km oder darüber in der Region teilnehmen, eventuell auch an einem Halbmarathon.

Das sollte sich aber erst im Lauf der nächsten Monate herausstellen.

Das Läufer-Jahr wollte ich am 31.12. gerne mit dem Silvesterlauf von Werl nach Soest über 15 Kilometer abschließen.

Und ein ganz klein wenig liebäugelte ich auch schon mit dem Köln-Marathon 2003....

Allerdings wollte ich bei meiner Marathon-Premiere schon die realistische Möglichkeit und das Ziel haben, unter 4 Stunden ins Ziel zu kommen. Und ob dies 2003 bereits möglich sein konnte, stand zunächst noch in den Sternen.

 

 

 

 

1. Ennepetal-Lauf in Ennepetal-Altenvoerde, 10.05.2003

- Der erste Wettkampf -

 

 

Samstag, 10. Mai 2003: Er war da, der Tag meiner Wettkampfpremiere und der Premiere des Ennepetal-Laufes in Ennepetal-Altenvoerde, der von den Sportfreunden Ennepetal organisiert wurde.

Die Voraussetzungen für einen schönen und guten Lauf waren gegeben. Das Wetter hielt sich an den Wetterbericht; bei meist sonnigem Wetter dürften es so 18-20 °C gewesen sein. Und die Knieschmerzen waren auch verschwunden.

Meine Nervosität hielt sich einigermaßen in Grenzen. 1 ¼ Stunden vor dem Start des 10 km – Laufes war ich vor Ort. Meine Startnummer mit der Nummer 109 erhielt ich ohne Warte-zeiten nach Zahlung des Startgebühr von 6 €.

Die Zeit bis zum Start nutzte ich zum Einlaufen, Dehnen und zum „Im- und Export“ von Flüssigkeiten. Eine halbe Stunde vor dem Start trudelten auch meine Frau und meine Tochter ein. Töchterchen Chiara heftete ich die vorher von mit gefertigte „Startnummer“ mit der Aufschrift „Außer Konkurrenz...    109 a“ an, die bei den Zuschauern gut ankam. Ein gemeinsames Foto, ein paar Dehnübungen, eine letzte Erleichterung des Laufgewichtes und dann reihte ich mich im hinteren Bereich des Starterfeldes ein, das aufgrund zahlreicher Nachmeldungen noch deutlich angewachsen war.

Um 15 Uhr war es soweit. Das Feld setzte sich in Bewegung. Ich versuchte, mich nicht von den davonziehenden schnelleren Läufern mitreißen zu lassen und mein eigenes Tempo zu finden. Vorgenommen hatte ich mir, es zunächst etwas langsamer angehen zu lassen (ca. 5:45 Min/km), nach 1-2 Kilometern mein Renntempo von 5:30 zu erreichen und kurz vor dem Ziel noch mal alles zu geben, um eine Zeit von unter 55 Minuten zu erreichen.

Der Lauf führte auf asphaltierter Landstraße die ersten paar hundert Meter auf flacher Strecke an den klatschenden Zuschauern vorbei. Danach verschwand das Läuferfeld im grünen Tal der Ennepe, wo das Gelände etwas profilierter wurde und sich nur noch vereinzelt Häuser, Zuschauer und Ersthelfer befanden.

Man hörte nur noch das Platschen von zahlreichen Schuhen auf Asphalt und das heftige Atmen und Keuchen der Läufer.

 

Bei Kilometer 1 blickte ich auf meinen Herzfrequenzmesser und stellte fest, daß ich bei knapp über 5 Minuten Laufzeit lag, also doch schneller als vorgesehen. Ich nahm etwas das Tempo heraus, da mir klar war, daß ich das bisherige Tempo nicht über die ganze Strecke laufen kann.

Bis zum Wendepunkt bei 2,5 Kilometern hat sich das Läuferfeld schon deutlich entzerrt. Eine Läuferin lief ungefähr mein Tempo. Mal war sie vor mir, dann ich wieder vor ihr. Bei der 2,5 km-Wende, bei der ich genau auf meiner berechneten Zwischenzeit lag, ist mir der Großteil des Feldes bereits entgegengekommen. Auf dem Weg zur 5 km-Wende ging es die Strecke wieder zurück Richtung Start- und Zielbereich. Kurz vor der Wendemarke überholte ich die Läuferin letztmalig und wurde von ihr auch nicht mehr überholt. Nach 5 Kilometern lag ich zwar nur etwas hinter meiner vorgegebenen Zwischenzeit, ahnte aber bereits, daß ich meine Zielzeit wohl nicht erreichen würde.

Ein paar Läufer mußte ich in der zweiten Rennhälfte noch ziehen lassen, wollte mir aber auch noch ein paar Reserven für den Schluß aufbewahren. So verzichtete ich auf eine Erhöhung des Tempos, zumal sich leichte Seitenstiche bemerkbar machten.

Gut durchkommen in einer für meine Verhältnisse noch anständigen Zeit hieß jetzt die Devise.

Später packte mich jedoch noch einmal richtig der Ehrgeiz.

Ein paar hundert Meter vor dem Ziel hörte ich ein tapp-tapp-tapp von hinten, dachte mir „Du nicht!“ und zog das Tempo an. Tapp-tapp-tapp. Na gut, dann noch etwas schneller. Der unbekannte Läufer (eine Läuferin, wie ich hinterher an der Auswertung sah) hinter mit ließ sich jedoch nicht abschütteln. Die letzten 100 Meter gab ich nochmals alles und wurde auch nicht mehr überholt.

Allerdings drehten sich dann meine Innereien um und ich hatte Mühe, alles bei mir zu behalten. Ich war aber recht schnell wieder erholt.

 

Beim Zieldurchlauf zeigte die Rennuhr 56:26 Minuten; Netto waren es aber 10 Sekunden weniger.

Die Zielzeit habe ich also um etwas mehr als 1 ¼ Minuten verfehlt.

Ich war jedoch trotzdem recht zufrieden mit mir, da ich auch keine großen Fehler gemacht habe.

Bei flacherer Strecke und ein paar Grad weniger wäre mein Ziel vielleicht auch erreichbar gewesen.

 

Im Zielbereich stärkte ich mich mit dem dort angebotenen Zitronentee, brachte meine Lieben zum Auto und lief ein wenig aus und in Richtung Verpflegungsstände. Dort blieb ich am Kuchenbuffet hängen, plauderte noch ein wenig mit einem Läufer, den ich von meinen Runden vom Hengsteysee kannte und sah mich bis zur Tombola und zur Siegerehrung noch ein wenig um.

Das Stretching-Programm habe ich irgendwie vergessen.

Die Urkundenausgabe, ungefähr 1 ½ Stunden nach Ende des Laufes, verlief etwas chaotisch. Die sonstige Organisation fand ich aber in Ordnung.

Erreicht habe ich insgesamt Platz 149 von 160 Finishern und den 26. (und somit letzten) Platz in meiner Altersklasse M35. Nicht gerade toll, aber ich lief ja auch erst 10 Monate und war zuversichtlich, die Zeit in absehbarer Zukunft verbessern zu können.

Jeder hat schließlich mal klein angefangen. Und die Läufer der Klasse M70, die schneller waren als ich, trainierten doch bestimmt schon 30 Jahre oder länger, oder?

 

Immerhin habe ich den ersten kleinen Höhepunkt meiner späten „Läuferkarriere“, den ersten Schritt zum Ziel Marathonlauf und einen guten Abschluß meines 10-Wochen-Trainingsplans erreicht, wenn auch das i-Tüpfelchen fehlte.

Ich war deshalb auch ein wenig stolz auf mich. Und Spaß gemacht hat es schließlich auch.

 

  

 

Volmarsteiner Eselslauf über 6.600 Meter, Wetter-Volmarstein,  28.06.2003

- Was man aus großen Pleiten lernen kann - 

 

Für den Volmarsteiner Eselslauf in Wetter-Volmarstein, den der Turnverein Volmarstein anläßlich seines 100jährigen Vereinsjubiläums ausrichtete, hatte ich mich online angemeldet.

Mitte der Vorwoche fragte mich mein bester Freund Witold, ob ich etwas dagegen hätte, wenn er mitlaufen würde. Natürlich nicht!

Er lief zwar auch schon eine ganze Weile bis zu 10 Kilometern, aber bisher sind wir noch nie zusammen gelaufen, obwohl wir das immer mal machen wollten. Und jetzt gleich ein Wettkampf.

Über seinen Leistungsstand wußte ich nicht viel, aber seinen Äußerungen nach müßte er wohl langsamer sein als ich. Wenn er kein Understatement betreibt...

Am Wettkampftag frühstückte ich morgens ein Müsli und gegen 14.00 Uhr, 3 Stunden vor dem Start, aß ich noch zwei Weißbrotschnitten mit etwas Honig. Bloß nichts Belastendes mehr, sondern leicht und kohlehydratbetont, wie es in den Lehrbüchern steht. In mein Gepäck packte ich auch noch eine Banane, die ich eine Stunde vor dem Start essen wollte.

Ich holte Witold ab und wir parkten an einer Turnhalle in Wetter-Volmarstein, von der aus der zehnminütige Fußweg zur Wettkampfstätte ausgeschildert sein sollte.

Ich nahm nur meinen kleinen „Bauchbeutel“ mit Autoschlüssel, Handy und Startgebühr sowie meinen Fotoapparat mit, da ich rechtzeitig vor dem Start ja nochmal zum Wagen zurück wollte, um noch etwas zu trinken, die Banane zu futtern und den unnötigen Ballast dazulassen.

Da wir dem Ordner an der Turnhalle, der die Wegbeschreibung zum Start herunterratterte, wohl nicht richtig zugehört hatten und auch keine Schilder sahen, kam es, wie es kommen mußte.

Statt auf einen Wiesenweg nach links abzubiegen, taperten wir die Straße weiter geradeaus. Da uns später eine Dame sagte, daß wir weiter geradeaus und durch den Wald gehen könnten und auch ans Ziel kämen, waren wir zunächst beruhigt. Aber im Wald scheinen wir auch einen Weg verpaßt zu haben. Da das Volmarsteiner Dorf so langsam links hinter uns verschwand, entschlossen wir uns, den Wanderweg zu verlassen und querfeldein zu versuchen, wieder in die Zivilisation zu gelangen. Wir gingen, rutschten und sprangen den Hang hinab, bis wir wieder eine asphaltierte Straße unter den Füßen hatten. Gut, daß uns keiner gesehen hat...

Wir erreichten dann doch, so nach ca. 30-40 Minuten, kurz vor 16.00 Uhr den Start- und Zielbereich, nachdem wir eine ziemlich steil ansteigende, sich ziehende Straße herauf-gegangen sind und eigentlich dort schon geschwitzt und etwas fertig waren. Inständig haben wir gehofft, daß diese Straße nicht zum Rundkurs gehört.

Diesbezüglich wurden wir aber beruhigt.

Witold traf zunächst eine alte Schulkollegin wieder, mit der er sich etwas festquatschte. Kurz nach dem Start zum ersten Schülerlauf um 16.00 Uhr holten wir gegen Entrichtung der Start-gebühr von 3 € (bzw. 4 € für Witold mit Nachmeldezuschlag) unsere Startnummern. Meine Nr. 71 steckte in einem Umschlag mit ca. 15 Sicherheitsnadeln. Da waren die Veranstalter wirklich großzügig.

Den Rückweg zum Auto mit geplanter Nahrungsaufnahme konnte ich inzwischen abhaken. Ich organisierte mir am Zieleinlauf der Schülerläufe einen Becher Wasser und versuchte später noch, meinen Flüssigkeitshaushalt am Waschbecken des stillen Örtchens ein wenig aufzufüllen.

Trotz der guten Vorsätze hatte ich tagsüber wohl erst zu spät und zu wenig getrunken. Meine Banane konnte ich auch nicht mehr essen, was ich zunächst aber nicht so tragisch fand.

Wir erfuhren von einem Mitläufer, der, wie einige andere auch, eine Schirmmütze mit daran befestigten, langen Eselsohren trug, daß der Eselslauf nach dem Wappentier Volmarsteins benannt wurde.

Meinen Fotoapparat konnte ich bei Witolds Bekannten loswerden, meinen Bauchbeutel steckte ich seitlich in meine Lauftight, damit er beim Laufen nicht so klappert.

Danach sahen wir uns den 660-Meter-Rundkurs an, der vom auf dem von vielen Zuschauern besuchten Dorfplatz gelegenen Start- und Zielbereich schätzungsweise 200 Meter ziemlich bergab ging, nach rechts knickte, auf einem schmalen Kopfsteinpflasterweg um die Kirche führte und dann die zuvor heruntergelaufene Straße wieder hinauf. Eine Kurve über den Platz und man war wieder am Anfang der Runde, die zehnmal zu durchlaufen war.

Wir liefen uns warm und mein Mund war schon ziemlich trocken. Kurz vor dem Start stellte sich auch ein deutliches Hungergefühl ein, aber es war zu spät, um noch etwas zu essen.

Am Start wurde die Anwesenheit der angemeldeten Läufer nochmals namentlich geprüft, bevor uns der Startschuß bei bedecktem Himmel, leichter Schwüle und geschätzten 24° C auf die Reise schickte.

Ich hatte mir vorgenommen, die Sache zunächst langsam anzugehen, die Steigung nicht zu unterschätzen, mich von Überrundungen nicht stören zu lassen und wenigstens ein paar Läufer hinter mir zu lassen, zu denen natürlich auch Witold gehören sollte.

Der lief zunächst schneller als ich. „Lauf Du mal, Dich kriege ich später, wenn Du schlappmachst“ dachte ich mir und versuchte, ihn im Auge zu behalten. Ich merkte jedoch schnell, daß sich die wohl zu geringe Flüssigkeitsaufnahme und vor allem das zu wenige Essen heute sehr nachteilig bemerkbar machen würden.

Bereits nach 200 Metern war mein Mund staubtrocken.

Meine Kräfte ließen schon nach kurzem rapide nach, mein Puls stieg ziemlich hoch und ging auch auf den Bergabpassagen kaum runter, obwohl ich mich nicht den Berg runterstürzte, sondern eher locker herunterjoggte.

Witolds Vorsprung wuchs, aber bei mir ging es nur noch ums läuferische Überleben.

Die Kräfte schwanden immer mehr, obwohl ich meinem subjektiven Empfinden nach auch die Anstiege nicht zu schnell hochgelaufen bin. Auf Pulswerte oder Rundenzeiten zu achten kam mir nicht mehr in den Sinn. Schon am Ende der vierten Runde (wenn ich richtig gezählt habe) fühlte ich mich körperlich so schlecht, daß die Vernunft gegen den Ehrgeiz siegte – ich lief an den Rand und stieg aus. Aber nur kurz. Ich wollte es noch einmal versuchen. Am Ende des nächsten Anstiegs das gleiche Spiel. Kurz vor Beendigung der 5. Runde verließ ich die Strecke wieder und setzte mich entkräftet und frustriert auf eine Treppenstufe. Da mag ich ungefähr eine gute Minute gesessen haben. Dann packte mich der Ehrgeiz noch-mals und trieb mich zurück auf die Strecke.

Irgendwann, wohl in der 5. oder 6. Runde, nahm ich mir einen von den an der Strecke angebotenen Wasserbechern, versuchte ihn so zu greifen, wie ich es in einem der schlauen Laufbüchern gelesen hatte und versuchte das, was bis dahin noch im Becher war, bergabtrabend irgendwie in meinen Mund zu bekommen. Schlückchenweise gelang dies auch, den Rest warf ich aber samt Becher an den Straßenrand, da es mich zuviel Zeit kostete.   

Nach Beendigung der sechsten Runde fügte ich mich endgültig in mein Läuferschicksal und gab auf, da mein Puls sich nach meinem Empfinden kaum noch absenkte und ich das leise Gefühl hatte, im weiteren Rennverlauf meinen mittäglichen Imbiß im Rückwärtsgang wieder loszuwerden. 

Im Zielbereich trank ich mehrere Becher Wasser und gratulierte dann Witold, der zwar auch völlig fertig war, aber das Ziel erreichte und seine Medaille im Empfang nahm.

Der Ansager teilte später mit, daß trotz des schwierigen Kurses von 78 Startern 76 ankamen und nur 2 ausstiegen. Und einer von den Letztgenannten war ich...

Was für eine Pleite!

 

Ich füllte einen Teil meiner Energiespeicher später mit einem Stück Käse-Sahne-Torte auf. Wir verließen dann kurze Zeit später den Ort des Geschehens, ließen uns diesmal genauer den Weg beschreiben und waren diesmal nach tatsächlich nur ungefähr 10 Minuten am Auto. Wir nahmen uns fest vor, demnächst auch mal Trainingsrunden zusammen zu laufen.

Anschließend fuhr ich Witold zu Bekannten und mich selbst nach Hause.

 

Ich war aufgrund der persönlichen Blamage immer noch total frustriert. An einen Ausstieg habe ich aufgrund der kurzen Strecke vorher nicht im entferntesten gedacht. Gerade mal 4 Kilometer gelaufen mit 2 Pausen. Das war doch sonst „Pille-Palle“ für mich!

Ich fragte mich noch Tage später, woran es gelegen haben mag und versuchte das Geschehene zu analysieren.

Ich denke, daß der Hauptgrund war, daß ich bis zum Start um 17.00 Uhr noch keine 1000 Kilokalorien zu mir genommen habe und mir deshalb einfach auf der nicht einfachen Strecke die „Körner“ fehlten. Wahrscheinlich habe ich auch zu wenig Flüssigkeit zu mir genommen.

Oder bin ich doch zu schnell angegangen und habe unbewußt doch die Anstiege unter-schätzt? Ich glaubte dies eigentlich nicht. Zumindest bin ich an den Anstiegen fast nur überholt worden. Auch bergab bin ich zur Erholung eher getrabt und habe mich nicht von der Schwerkraft nach unten ziehen lassen, um Tempo zu machen..

Mein Herzfrequenzmesser zeigte nach Ende der 6. Runde einen (für mich recht hohen) Durchschnittspuls von 162 Schlägen und eine Laufzeit von 23:27 Minuten. Abzüglich von geschätzen 2 Minuten Pause insgesamt ergäbe dies eine Rundenzeit von ca. 3:35 Minuten und eine Kilometerzeit von 5:22 Minuten. Dies wäre für diese Strecke und für meinen Leistungsstand eindeutig zu schnell gewesen. Ich weiß jedoch nicht mehr, ob ich nicht schon bei einem meiner Ausstiege die Stopptaste gedrückt und die Zeitnahme beim Weiterlaufen wieder gestartet hatte.

 

Lähmte mich irgendwo auch mein Ziel, nicht gegen Witold, den weniger trainierenden Läufer, der seinen ersten Wettkampf bestritt, zu verlieren? Sagte mir mein Unterbewußtsein vielleicht sogar „lieber aufgeben als durchhalten und verlieren“?

Wir haben zwar keinen Wettkampf gegeneinander gemacht, aber der läuferische Ehrgeiz war natürlich da.

 

Dieser Ehrgeiz war auch der Grund, warum ich nicht einfach abschalten und mir sagen konnte „Junge, war halt nicht Dein Tag. Dumm gelaufen. Nicht schlimm. Lern einfach aus Deinen Fehlern und mach es beim nächsten Mal besser“. 

Fragen über Fragen beschäftigten mich. Warum war ich so blöd und habe den Ordner an der Turnhalle nicht nochmal nach dem Weg gefragt? Dann wäre ich wenigstens noch an meine Banane und meine Wasserflasche gekommen. Warum habe ich mir statt der Banane nicht vor Ort ein Stück trockenen Kuchen oder so gekauft? Warum habe ich nicht auf den Puls und die Rundenzeiten geachtet? Warum bin ich am Wasserstand nicht kurz stehengeblieben, um den Becher ganz auszutrinken und vielleicht noch einen zweiten zu leeren? Warum habe ich mich nicht irgendwo angehängt und versucht, mich ziehen zu lassen? Hätte ich nicht das Tempo noch weiter herunterschrauben und wenigstens das Ziel erreichen können? Habe ich zu schnell aufgegeben und zu wenig Durchhaltevermögen? Oder habe ich meine Körpersignale richtig gedeutet und die richtige Entscheidung getroffen?

 

Wie auch immer: dieses Erlebnis war auf jeden Fall hilfreich dabei zu lernen, mit sportlichen Rückschlägen und Niederlagen umgehen zu können.

 

Nach dem Abendessen habe ich übrigens nochmals meine Laufschuhe angezogen und eine zügige 3,5 km-Runde auf dem Tücking gedreht. Das dies sowohl was den Zeitpunkt (3 Stunden nach dem Wettkampf und kurz nach dem Essen) als auch was das Lauftempo betrifft trainingsmethodischer Blödsinn war, war mir vollkommen klar. Aber ich brauchte das irgendwie zur Selbstbestätigung und um aus meinem gedanklichen Tief zu kommen. Danach ging ‘s mir auch besser.

 

 

 

Seilerseecup, Iserlohn, 31.08.2003

- Der erste Halbmarathon – Hauptsache geschafft! -

 

Das Ziel für den Halbmarathon war bereits seit einiger Zeit gesteckt. Minimalziel: Ankommen vor dem angekündigten Zielschluß (2:20 Std.). Realistische Zielzeit (wenn es einigermaßen läuft) knapp unter 2:10 Std.; das sagten auch die Hochrechnungen aus meinem 10k-Lauf im Mai. An das Optimum (unter 2 Std.) glaubte ich nicht ernsthaft. Ich wollte versuchen, gleichmäßig im Pulsbereich um 160, der zunächst einmal ausschlaggebend sein sollte, eine Zeit von 6 Min/km zu laufen. Und wenn es fluppt, gegen Ende auch schneller.

Zahlreiche, noch ungelöste Fragen beschäftigten mich in den Tagen vor dem Start.

Werde ich durchkommen oder hindert mich irgendein Körperteil daran? Abgesehen von den befürchteten Knieproblemen meldete sich seit einigen Tagen irgendein Schmerz im Kiefer-Ohr-Bereich. Eine Entzündung dort wäre nicht so klasse.

Werde ich das angestrebte Tempo durchhalten können? Daß ich die Strecke „drauf“ habe, wußte ich, da ich ja in der Vorbereitung 2 mal 20 km gelaufen bin. Allerdings nur im langsamen Tempo. Und meine Tempodauerläufe waren ja meist nicht so zufriedenstellend.

Werde ich mir die Kraft richtig einteilen können?

Werde ich um eine zwischenzeitliche Toilettenpause herumkommen (was im Training meist nicht so war)?

Werde ich mich genug motivieren können, um den inneren Schweinehund besiegen zu können, wenn er anfängt zu bellen?

Werde ich frustriert abbrechen müssen oder kann ich freudestrahlend ins Seilersee-Stadion einlaufen und mit stolzgeschwellter Brust mein Finisher-T-Shirt tragen dürfen...?

 

Sonntag, 31.08.2003. Mein Wecker machte mich um kurz vor 7 wach. Der Höhepunkt meines bisherigen Läuferlebens und überhaupt mein bisheriger sportlicher Lebenshöhepunkt stand kurz bevor.

Obwohl ich eigentlich gar keinen Hunger hatte, aß ich zum Auffüllen der Kohlehydratspeicher 2 Honigbrötchen, die ich mit viel Mineralwasser herunterspülte. Am Vorabend tat ich mit einer Portion Nudeln bereits etwas für die Kohlehydratzufuhr. Knapp 3 Liter Mineralwasser im Laufe des Vortages müßten eigentlich auch gereicht haben, um gut hydriert ins Rennen zu gehen.

 

Ungefähr eine Stunde vor dem für 10.00 geplanten Start des 2. Seilersee-Cups traf ich in Iserlohn ein; etwas später als geplant. WC-Besuche und das Anstehen an der Start-nummernausgabe, wo ich einen Obulus von 7 € für Voranmelder entrichten mußte, verhinderten leider, daß ich mich vernünftig Aufwärmen konnte. Zwei Stadionrunden mit Andehnübungen mußten reichen.

Zum Glück war aber auch keine Zeit da, um richtig nervös zu werden.

Inzwischen trudelten auch Sabine und Chiara ein.

 

Der Wettergott meinte es gut mit den Läufern. Teils wolkig, teils sonnig mit Temperaturen knapp unter 20° C.

 

Ausgerüstet mit einem halben Liter Energygel-Mineralwasser-Gemisch im Trinkflaschengurt, einer 3-Portionen-Tube Energygel und einem Powerriegel zur Reserve ging ich mit der Startnummer 266 ins Rennen.

 

Nach 1 ¾ Stadionrunden, bei denen man nochmals in die Fotoapparate grinsen und winken konnte, wurde das circa 350 Teilnehmer große Starterfeld auf die Reise durch Iserlohns Außenbezirke geschickt.

 

Die Strecke führte zunächst leicht bergab und dann meist über Radwege durch landschaftlich reizvolles Gebiet an Wiesen vorbei und gelegentlich durch ein Waldstück.

Ich ließ mich nicht von schnelleren Läufern zu einem zu hohen Tempo verleiten, sondern achtete auf meinen Puls, der gegenüber dem angestrebten 6 Min/km-Lauftempo für mich in diesem Lauf der wichtigere Richtwert war.

Wie gesagt: lieber langsam ins Ziel kommen als schnell aufgeben...

 

Der Puls lag zwar schon zu Anfang im Bereich um 162, aber ich fand dies gefühlsmäßig in Ordnung. Die ersten Kilometer paßte dies auch trotz der leichten Anstiege und Gefälle gut mit dem angestrebten Lauftempo zusammen.

 

An der ersten Verpflegungsstation nach 3,5 km nahm ich mir im Laufen 2 Becher Wasser.

Die Hälfte landete auf Trikot und Startnummer, der Rest tatsächlich im Mund.

 

Irgendwann, es muß so nach 4-5 Kilometern gewesen sein, überholte mich ein kleines Laufgrüppchen. Da es nur unwesentlich schneller lief und mein Puls im grünen Bereich war, ließ ich mich mit ein paar Metern Abstand mitziehen. Irgendwann gesellte sich unter anderem noch ein Läufer des Marathon-Club Menden dazu.

Vielleicht hätte ich besser direkt in der Gruppe laufen sollen, um etwas Windschatten zu erhalten, denn stellenweise war es recht windig.

 

Ungefähr nach 7 Kilometern mußte ich die Truppe jedoch ziehen lassen. An den Zwischenzeiten merkte ich, daß ich etwas langsamer geworden bin.

Mir wurde klar, daß ich den 6 Minuten-Schnitt wohl nicht halten konnte.

 

Kurze Zeit später kam mir bereits der spätere Gesamtsieger Lachcen Driouch entgegen, gefolgt von zahlreichen weiteren Läufern.

Nach der zweiten Verpflegungsstation bei Kilometer 8,5 ging es wieder leicht bergauf. Deftige Landluft wehte mir entgegen. Die Strecke beschrieb danach eine Schleife durch ein Industriegebiet.

Bei Kilometer 10 habe ich, soweit ich mich erinnern kann, 1:02 Std. auf der Uhr gehabt. Zwei Minuten über der angestrebten Durchgangszeit. Die 2:10 Std. Endzeit waren noch in Sicht.

Danach gab es wieder einen leichten Anstieg. Und vor mir war wieder der Läufer vom Marathon-Club Menden in Sicht. Ich wurde zunächst von einem älteren Herren, der sich bereits vorher heranpirschte und auch nicht gerade einen asketischen Körper sein eigen nannte, kassiert, konnte dann jedoch locker und problemlos den MCM-Mann überholen, der am Anstieg Probleme hatte.

Am Kontrollpunkt nach der Hälfte des Laufs, den ich meiner Erinnerung nach mit 1:05,45 Std. passierte, faselten die Kontrolleure was von „2:15ern“.

„Ne, ne, liebe Leute! Die 2:10 sind noch im Blick!“ dachte ich mir; schließlich wollte ich ja gegen Ende des Laufs noch etwas zulegen.

Kurze Zeit später, die Strecke führte gerade durch ein Wohngebiet, stand ein circa zehnköpfiges Grüppchen, offenbar Anwohner, an der Strecke, beschallte die Straße mit Tony Marschalls „Bora Bora“, sang lauthals mit und feuerte die vereinzelten Läufer an.

In so einem Moment kann man sogar Tony Marschall in Kauf nehmen.

Endlich mal etwas Stimmung an der Strecke! Ich klatschte zurück und bedankte mich mit hochgereckten Daumen.

 

Der Weg führte nach dieser Schleife auf der Strecke des Hinweges wieder zurück. Der Wind kam einem aber komischerweise trotzdem meist wieder entgegen. Zumindest kam es mir so vor.

 

Einsam lief ich Kilometer für Kilometer zurück.

Ich begann, ab und zu ein paar Schlucke von meinem Energiegetränk zu mir zu nehmen. An den Verpflegungsstellen trank ich zusätzlich noch Wasser.

Meine Füße begannen zu brennen.

Und meine Knie fingen auch immer mehr an zu schmerzen.

Die Startnummer, die von unten durch den Schweiß und von oben durch verkleckertes Wasser aufgeweicht und durch Seitenwinde aufgebauscht wurde, hatte sich bereits an einer Sicherheitsnadel abgelöst, so daß ich sie während des Laufs an dieser Stelle neu befestigen mußte. Das wiederholte sich im Laufe der nächsten Kilometer noch ein paar mal. Der Stadionsprecher hat uns Läufern vor dem Start extra eingeschärft, den aufgedruckten Strichcode wegen der Zeitmessung irgendwie ins Ziel zu bringen. Sehr witzig. Wie denn??

 

Es wurde langsam mühsam und ich verabschiedete mich von der 2:10.

Der Puls lag immer noch um die 162 Schläge und ich hatte damit auch eigentlich keine Probleme. Aber die Kräfte schwanden. Und darauf, das Energygel aus dem Trinkflaschen-gurt am Rücken zu popeln, hatte ich irgendwie keine Lust. Ich hätte ja vielleicht auf den besser erreichbaren Aldi-Powerriegel zurückgreifen können, aber an den habe ich wohl nicht gedacht.

 

Egal! Ich war mir jedenfalls sicher, das Ziel vor Zielschluß erreichen zu können, und so nahm ich mir vor, das Rennen einfach durchzulaufen, beachtete die Zwischenzeiten nicht mehr und rechnete auch keine Endzeit mehr hoch.

 

Irgendwann lief ein gelbes Laufshirt mit rotem Kapuzenpulli darunter (!) an mir vorbei. Aha! Der MCM-Mann hatte sich wieder erholt. Das hagere, bunte Etwas verschwand dann langsam in der Ferne.

 

Am letzten Verpflegungsstand, gut 3,5 Kilometer vor dem Ziel, lief eine Läuferin von hinten an mich heran, nahm sich auch einen Becher, meinte, daß jetzt wohl das Ätzendste kommen würde und daß sie auch noch nicht wissen würde, wie sie das schaffen solle, und lief weiter. Auch sie verschwand später aus meinem Blickfeld.

Aufgrund des steilen Anstiegs direkt hinter dem Verpflegungsstandes gönnte ich mir eine kurze Gehpause und konnte so in Ruhe meinen Wasserbecher leeren. Dann trabte ich weiter.

Den rechten Arm konnte ich nicht mehr richtig mitschwingen lassen, da ich auf den verbliebenen Startnummern-Fetzen, der rechts nur noch an zwei Sicherheitsnadeln hing und nach hinten wehte, aufpassen mußte.

 

In der Weite sah ich dann einen Läufer, der häufiger Gehpausen einlegte und dann weiter lief.

Ich fragte mich, ob ich den wohl noch einholen kann.

Zumindest konnte ich noch durchgehend laufen; meine kurze Gehpause war ein nicht notwendiger „Luxus“. Dem Geh-Läufer vor mir schien es schlechter zu ergehen.

 

Es wurde immer anstrengender. Aber ich wußte, daß ich ankommen werde.

Das im Stadion liegende Ziel kam immer näher, ebenso der Läufer vor mir.

Die letzte Steigung, eine Rechtskurve ins Stadion und dann noch 300 Meter auf der Laufbahn bis ins Ziel.

Am Stadioneingang jubelte mir ein kleines Grüppchen zu: Sabine, Chiara, Witold, Birgit und Birgits Freund Josef.

 

Ich gab nochmal etwas Gas und kam noch an den Läufer vor mir heran, lief dann aber ohne richtigen Endspurt ins Ziel ein und gönnte ihm den Platz vor mir.

 

Ich stoppte meine Zeit und ließ mich durch die Fünf beglückwünschen. Chiara nannte mich neckend „lahme Schnecke“ und bot mir ein Multivitaminbonbon an, Birgit drückte mir eine Dose Dextro-Energen in die Hand.

 

Und ich war froh, im Ziel zu sein und glücklich, es geschafft zu haben.

 

Ja, ich habe es tatsächlich geschafft – ich bin meinen ersten Halbmarathon gelaufen!!

 

Ich besorgte mir ein paar Becher Tee und tauschte meine Startnummern-Fragmente gegen das Finisher-T-Shirt ein.

Ich merkte jetzt auch, daß mein rechter „Zeigezeh“ schmerzte. Bei näherer Untersuchung stellte ich später fest, daß er vorne geschwollen und sehr schmerzempfindlich und der Zehennagel etwas blau war. Das hatte ich noch nie.

 

Birgit und Josef verabschiedeten sich dann und der Rest der Gruppe kaufte sich ein Stück Apfel-Streusel-Kuchen. Nach zwei Bissen mochte ich aber nicht mehr – sehr ungewöhnlich für mich. Ich dehnte mich noch etwas und verabschiedete mich später auch von den anderen dreien, um auf die Urkunde zu warten.

 

Da sich Auswertung und Urkundenausdruck aber lange hinzogen, beschloß ich, mir die Urkunde schicken zu lassen und verließ die Stätte des Erfolges.

 

Denn trotz der von mir gestoppten Endzeit von 2:15,34 Std. (offiziell 2:15,36, aber auch per Hand gestoppt, da mein Strichcode nicht mehr lesbar war), bei der ich mir schon ein wenig mehr erwartet habe, sehe ich die relativ problemlose Zielankunft als Erfolg.

 

Ich war ja immerhin auch nicht letzter, sondern landete bei 338 Finishern auf Rang 323 der Gesamtwertung und in der AK 35 auf Platz 56 von 57 Finishern.

 

Jetzt krabbelte beim Rückblick auf das Erlebte manchmal auch eine Gänsehaut über den Rücken oder ein kleiner Tropfen Salzwasser den Tränenkanal hoch.

 

Fazit: der Lauf brachte für mich positive und negative Erlebnisse.

Der Stolz auf mich selbst und die Anerkennung der Freunde waren der Lohn der Anstrengungen.

Die Zeit war nicht so gut wie erwartet, was trotz der eigentlichen Nebensächlichkeit in diesem Lauf doch ein kleiner Wermutstropfen war.

Nachdem ich die ersten 7 Kilometer ungefähr in den angestrebten 6:00 Min/km laufen konnte und nach 10 km ungefähr bei durchschnittlichen 6:12 Min/km lag, kam ich auf den letzten 11,1 Kilometern nicht mehr über einen Schnitt von 6:38 Min/km heraus.

Insgesamt kam ich auf einen Schnitt von 6:25,5 Min/km bei einer durchschnittlichen Herzfrequenz von 162.

 

Der Zieleinlauf war auch weniger euphorisch als erhofft, zumal sich bei den Zuschauern stimmungsmäßig nichts regte, keine Musik lief und die ankommenden Läufer auch nicht namentlich genannt wurden. Lediglich mein kleiner „Fanclub“ brachte ein wenig Stimmung.

Auch unterwegs gab es nur vereinzelte Klatscher mit Ausnahme des „Bora-Bora-Grüppchens“. Da die Strecke aber durch dünn besiedeltes Gebiet führte, war dies verständlich. Leider haben sich die Leute von der Feuerwehr, die die Straßen abgesperrt haben und nur ein Fähnchen halten mußten, nicht zu irgendwelchen Anfeuerungen hinreißen lassen, zumindest nicht beim hinteren Teil des Feldes.

Die Verpflegung fand ich auch nur mäßig. Beim Lauf Wasser oder Iso-Star, hinterher Tee.

Auswertung und Urkundenausgabe hätten auch etwas schneller sein dürfen. Vielleicht lag es ja an den zahlreichen Nachmeldungen.

Und die aufweichenden Startnummern waren wohl nicht nur mein Problem, sondern das vieler Läufer.

Schade. Das alles habe ich bei den bisherigen Läufen, an denen ich aktiv oder passiv teilnahm, schon besser erlebt.

Immerhin haben die Veranstalter bezüglich der Startnummern Besserung gelobt und die Urkunde lag auch schon 2 Tage später in der Post.

 

Schön war die Landschaft, die durchlaufen wurde.

Und das Wetter hat auch mitgespielt.

Es traten auch keine Probleme auf, die mich an eine Aufgabe denken ließen.

Die Knieprobleme wurden jedoch immer stärker, so daß ich ziemlich kritisch Richtung Marathon blickte. Aber vielleicht sieht das ja mit neuen Schuhen und einigen Kilos weniger schon besser aus, dachte ich mir..

 

Die Knieprobleme hielten auch am nächsten Tag noch an, der Muskelkater hielt sich jedoch in Grenzen. Und der Zeh tat auch schon nicht mehr so weh, blieb aber noch längere Zeit blau – bis dann halt Monate später der Zehennagel abfiel....

 

Insgesamt also ein Laufrückblick mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wobei das lachende etwas größer war...

Spätestens jetzt dürfte der Schritt vom fortgeschrittenen Anfänger zum anfangenden Fortgeschrittenen geschafft sein.

 

Und den absolvierten Halbmarathon kann mir keiner mehr nehmen...

 

 

 

3. Sterntaler-Lauf (Hans-Sichelschmidt-Gedächtnis-Lauf), Herdecke, 28.09.2003

-  „Berg“-Lauf für den guten Zweck -

 

Für den Wettkampf selbst, ca. 9,5 km auf unbekannter Strecke, setzte ich mir zunächst eine Durchschnittszeit von unter 5:30 als Wunschziel, also eine Endzeit von 52:15 oder besser.

Da ich jedoch vorher gehört habe, daß es teilweise heftig bergauf gehen soll, habe ich da so meine Zweifel gehabt und mir vorgenommen, einfach gut zu laufen und Spaß zu haben.

 

Der Lauf startete am 28.09., einem Sonntag, um 11 Uhr am Gemeinschaftkrankenhaus in Herdecke. Nach Zahlung der Startgebühr von 5 €, die einem guten Zweck zugute kam, ging ich bei wolkigem, teils sonnigem Himmel und Temperaturen um die 15°C mit der Start-nummer 412 auf die Strecke. Diese führte zunächst durch einen Fußgängertunnel und dann auf halbwegs befestigten Waldwegen Richtung Harkortberg in Wetter.

Dabei führte der Weg zunächst oft über längere Steigungen bergan, gelegentlich aber auch wieder ein kleines Stück bergab. Ich lief im Pulk mit und hatte keine großen Schwierigkeiten am Berg, so daß ich auch ein paar Leute überholen konnte, aber natürlich auch von anderen überholt wurde. Der Puls ging dabei bis auf 168 Schläge hoch. Der Weg beschrieb dann eine Schleife, die an Kleingartenanlagen vorbeiging und die Läufer danach über einen kurzen, aber steilen Wiesenweg oben auf den Harkortberg führte, wo sich eine Getränkestelle befand. Ich nahm mir einen Becher Wasser und gönnte mir eine kleine Gehpause. Durch einen kurzen Zwischenspurt fand ich wieder Anschluß an die Läufer vor mir. Das Feld um mich herum hatte sich inzwischen etwas mehr entzerrt. Das „Schlimmste“ war geschafft. Der Weg führte jetzt, zunächst auch mit Seitenblick nach rechts auf den Harkortsee, wieder zum Ende der Schleife und auf dem Hinweg zurück. Es ging oft bergab, wo ich es rollen ließ oder auch mal Gas gab und einige Plätze gutmachen konnte. Die verbleibenden kleinen Steigungen machten mir auch keine Probleme, während einige andere Läufer schon einmal Gehpausen einlegen mußten. Der Schluß bis zum Fußgängertunnel, den dahinter wartenden, aber recht stillen Zuschauern und dem anschließenden Ziel zog sich irgendwie in die Länge, aber nach 54:38 Minuten war ich im Ziel, wo ich die Urkunde und die Erinnerungsmedaille im Empfang nahm. Die Zeit mußte ich selbst stoppen, da es keine offizielle Zeitnahme gab.

Da es leider auch keinen Tee mehr gab, füllte ich meine Flüssigkeitsspeicher mit ein paar Bechern Wasser auf und sah noch ein wenig beim Zieleinlauf zu. Es waren noch so einige Läufer, die nach mir ins Ziel kamen.

Mit den Tombolalosen war es leider wie beim Tee: alles weg.

Kurze Zeit später war ich das dann auch und düste gutgelaunt nach Hause.

 

Eine offizielle Ergebnisliste gab es nicht. Netterweise wurde mir aber einige Tage später auf meine E-Mail-Anfrage hin meine Platzierung mitgeteilt: Platz 136 von 216 Teilnehmern. Ich bin also, wie ich auch eingeschätzt habe, am Ende des 2. Drittels des Läuferfeldes eingetroffen. Auch wenn einige Teilnehmer sicherlich schneller laufen konnten und nur mitgejoggt sind, was das Ergebnis sicherlich etwas relativiert, war ich mit der Platzierung zufrieden, da ich bisher immer im Schluß des Feldes gelaufen bin.

 

Die Laufzeit entsprach einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 5:45 Minuten, womit ich angesichts der nicht gerade leichten Strecke zufrieden war.

Vorausgesetzt natürlich, daß die Streckenlängenangabe stimmte, denn amtlich vermessen war der Kurs wohl nicht.

Das Fahrtspieltraining der letzten Wochen dürfte sich ausgezahlt haben. Ich hatte keine Probleme mit der Krafteinteilung. Der Durchschnittspuls lag trotz der Anstiege mit 161 unter dem der bisherigen Wettkämpfe

Das alles ließ hoffen, daß in naher Zukunft bei einem flacheren Lauf eine neue Bestzeit fällig sein würde.

  

 

38. Westfalenpark-Lauf, Dortmund, 22.11.2003

- Peinlich, peinlich -

 

Ich hatte mir den Termin schon viele Wochen vorher fest notiert, da ich in dem Park, den ich von zahlreichen Besuchen her gut kenne, gerne mal einen Wettkampf laufen wollte. Ich hatte mich auf eine große Parkrunde und einen Angriff auf meine Bestzeit gefreut.

Die Anmeldung für den Lauf war online möglich, aber nähere Auskünfte zur Strecke waren nicht so einfach zu erhalten. Auf der Homepage einer Laufgruppe habe ich dann etwas von 7 ziemlich profilierten Runden erfahren und war natürlich nicht so begeistert. Eine profilierte Strecke macht eine neue Bestzeit nicht gerade einfacher und ein 7-Runden-Kurs hieß für mich, daß ich den Sieger des Rennens wohl mindestens 3 Mal sehen würde – wenn er mich überrundet.

Ich fragte daher sicherheitshalber nochmals direkt beim Veranstalter per E-Mail nach, der mir etwas von 1320 Meter-Runden mit einem kurzen Anstieg und einem längeren Gefälle mitteilte.

 

Obwohl ich mich nicht konkret auf diesen Lauf vorbereitet hatte, setzte ich mir als „Optimal-Ziel“ eine Endzeit von unter 55 Minuten; zumindest wollte ich jedoch eine neue persönliche Bestzeit laufen.

 

Bezüglich meiner Laufbekleidung war ich recht unsicher. Die Temperatur lag bei ungefähr 11°C. Es war bedeckt und trocken, aber Regen war nicht auszuschließen. Da ich ein Stück vom Westfalenpark entfernt parken mußte und keine Begleitung dabei hatte, mußte ich mich früh entscheiden.

Ich nahm die etwas dickere Longtight. Nicht etwa, weil es kalt war, sondern weil sie farblich besser paßte als die dünneren mit Farbelementen. Etwas Eitelkeit muß sein, dachte ich. Später habe ich diesbezüglich über mich selbst den Kopf geschüttelt.

Um nach dem Lauf nicht zu frieren, trug ich am Oberkörper ein Funktions-T-Shirt mit dem leuchtenden langen Shirt. Wenigstens optisch wollte ich ein leuchtendes Beispiel abgeben...

Mit Umkleidemöglichkeit direkt vor und nach dem Lauf hätte ich mich für kurze Sachen entschieden.

 

Ich tauschte am Parkeingang 4 € Startgeld gegen meine Startnummer ein. Wieder die 109, wie bei meinem ersten Wettkampf im Mai. Ein Omen? Und wenn ja – ein gutes oder ein schlechtes? Aber eigentlich bin ich ja nicht abergläubisch.

Zuvor mußte ich schon 3 € Parkgebühr abdrücken. Da ärgere ich mich jedes Mal drüber. Eintritt in den gepflegten Westfalenpark 1 € (glaube ich), ein unbewachter Parkplatz 3 €; das steht in keinem Verhältnis. Aber dies nur am Rande...

Ich ging zunächst noch ein paar mal auf ’s Klo und den auf festen Wegen verlaufenden 1320 Meter - Rundkurs um den Fernsehturm mit dem 760 Meter vorgelagerten Startbereich ab. Das Anfangsstück lag gleich am dem Anstieg, der somit 8 mal absolviert werden mußte. Sehr profiliert fand ich die Strecke nicht, aber der Anstieg zog sich über schätzungsweise 150 Meter.

 

Als ich beginnen wollte, mich warmzulaufen, gesellte sich ein junger Läufer, vielleicht um die 20 Jahre alt, zu mir und fragte mich nach dem Startort. Er wich in der Folgezeit nicht mehr von meiner Seite, lief sich mit mir warm und fragte mir Löcher in den Bauch. Obwohl ich ihm mitteilte, daß man sich unter Läufern eigentlich duzt, siezte er mich die ganze Zeit. Von ihm habe ich nur erfahren, daß er beim Düsseldorfer Kö-Lauf mitgemacht hätte, seine Zeit aber nicht mehr wüßte. Auch für den Westfalenpark-Lauf hatte er sich kein Ziel gesetzt und wußte anscheinend nicht so ganz, was ihn erwartete. Er würde nur gelegentlich mit Freunden joggen.

Ich gab ihm bis zum Start noch einige Tips und kam mir, selbst noch Greenhorn, schon erfahren vor.

 

Nervös war ich fast gar nicht. Wenige Sekunden nach dem Startschuß um 15.00 Uhr kam ich über die Startlinie und drückte die Taste an meiner Pulsuhr. Das Feld setzte sich in Richtung Zielbereich in Bewegung, wo der Großteil des Publikums, hauptsächlich wohl Begleiter und andere Läufer, stand und applaudierte. Am Rest der Strecke standen nur vereinzelt Leute.

 

Ich kam ganz gut in Tritt. Nach einer Runde lag ich 3 Sekunden unter der Sollzeit. Nicht zu schnell angegangen, zeitlich noch im Rahmen – alles schien möglich. Mein junger Begleiter war schon auf und davon.

Im Lauf der zweiten Runde zog dann erstmals das Führungsrennrad mit den Spitzenläufern und dem späteren Sieger Manuel Meyer (TV Wattenscheid, 31:13) an mir vorbei und ab da rissen die Überrundungen nicht mehr ab. Ich versuchte, mich davon nicht beeindrucken zu lassen und lief so gut es ging weiter. Aber gut ging es nicht. Recht früh im Rennen überrundete mich auch mein „Pflegeläufer“. Ein Tiefstapler, wie mir schien. Bei mir wurden die Zeiten schlechter und schlechter. Eine Zeit unter 55 Minuten konnte ich mir schnell von der Backe putzen und auch eine neue Bestzeit rückte mit zunehmendem Rennverlauf in weite Ferne. So gegen Mitte des Rennens sah ich einen Läufer gehen – mein Schützling hatte sich wohl etwas verausgabt. Ich klopfte ihm im vorbeilaufen auf die Schulter und munterte ihn mit „Komm, das schaffst Du!“ auf. Er nahm wieder Fahrt auf, kündigte an, sich an mein Tempo halten zu wollen und lief neben mir her. Um schnellere Läufer passieren zu lassen, mußte ich wenige Meter später einen kleinen Haken schlagen, und ab da habe ich den Jungspund nicht mehr gesehen.

Ich begann zusehends, mich zu quälen. Der Anstieg, der so harmlos schien, setzte mir immer mehr zu. Der Puls ging bis auf 170. Ich dachte ernsthaft darüber nach aus dem Rennen auszusteigen und hoffte fast auf Knieschmerzen oder ähnliches, um dies vor mir selbst zu rechtfertigen. Ich entschloß mich jedoch dazu, mich wenigstens ins Ziel durch-zubeißen, auch wenn ich zwischendurch mal leichte Magenschmerzen bekam. Feigheit vor dem Feind gilt nicht!

Zwischenzeitlich war ich schon von hunderten Läufern oft mehrfach überrundet worden.

Von Läufern in kurzen Hosen und Hemdchen bis hin zu welchen in Jogginghosen und dicken Jacken. Von schlohweißen älteren Herren. Und von einem, der tatsächlich mit Nordic Walking – Stöcken gelaufen ist! War das jetzt „Nordic Running“? Habe ich irgendwas verpaßt??

 

In den letzten beiden Runden gönnte ich mir am Anstieg eine kurze Gehpause, da die Zeit inzwischen sowieso fast egal war. Gegen Schluß wurde es ziemlich einsam auf der Strecke. Und 500 Meter vor dem Ziel hörte ich ein plauderndes Läufergrüppchen von hinten näherkommen, das mich dann noch überholte. Dies setzte dem Frust noch einen oben drauf – die waren gar nicht mehr im Rennen, sondern liefen sich locker aus!

Im Zielbereich zog ich nochmal ohne großen Endspurt vorbei und hörte den Zeitnehmer sinngemäß rufen: „Komm, Du schaffst unter 60!“. Toll!! Wenn Du wüßtest, daß ich eigentlich unter 55 laufen wollte!

Ich hielt meine Uhr bei 59:50 Minuten an und war ziemlich enttäuscht darüber, mein Ziel so deutlich verfehlt zu haben und über 3 ½ Minuten langsamer gewesen zu sein als im Mai.

Und das bei einem Durchschnittspuls von 166, dem höchsten bisher.

 

Ich nahm mir einen Becher heißen Tee, bis ich entdeckte, daß es auch Apfelschorle und Mineralwasser gab. Die Apfelschorle war irgendwann alle, vom Rest gab es wohl ausreichend.

Die sonstige Verpflegung war mäßig. Der Kuchen war verhältnismäßig teuer, die Muffins, von denen ich mir später zwei genehmigte, pupstrocken. Würstchen konnte man auch noch erstehen. Ich entdeckte auch, daß es einen Raum gab, in dem man seine Sporttasche deponieren konnte. Zu spät!

Eine dreiviertel Stunde nach meinem Zieleinlauf hielt ich bereits meine Urkunde in den Händen. Schade nur, daß darauf, wie auch auf der Ergebnisliste, eine falsche Zeit stand von 1:00,32 Std.. Die Zeit konnte aber nicht stimmen, da ja auch der Zeitnehmer eine Zeit von unter 60 Minuten ankündigte und ich „Brutto“ maximal 5 Sekunden über der selbst gestoppten Nettozeit liegen konnte.

 

Nach meiner Erinnerung war ich laut Ergebnisliste auf Platz 202 von 211 Finishern gelandet, nach Auswertung der Online-Ergebnisliste war es Platz 203 von 212. In der M 35 ließ ich als 38. wenigstens noch einen Teilnehmer hinter mir.

In der M 70 hätte meine Zeit immerhin für einen zweiten Platz gereicht – da war nämlich nur ein Läufer am Start.

 

Tja, woran lag es?

An der Verpflegung tagsüber offensichtlich nicht. Ich war auch gut hydriert.

Fehlendes Tempotraining? Vielleicht. Aber das Fahrtspiel, das ich in letzter Zeit machte, hat immerhin knapp 2 Monate vorher auf der ungleich schwierigeren 9,5 km – Strecke für einen 14 Sekunden schnelleren Kilometerschnitt gereicht.

Und so ganz schlecht trainiert konnte ich auch eigentlich nicht sein – immerhin lag der Ruhepuls morgens auf dem Rekordtief von 45/46.

Zu warme Kleidung? Möglicherweise hat dies seinen Anteil am schlechten Ergebnis gehabt, da ich zu dick angezogen war. Mit kurzen Sachen wäre ich besser bedient gewesen.

Die Eitelkeit mit der farblich passenden, aber zu dicken Laufhose war wohl ziemlich unpassend.

Ich glaube auch, daß der Ärger, den ich den ganzen Vormittag über gehabt habe, sich ziemlich auf das Rennen ausgewirkt hat.

 

Ich entschloß mich daher dazu, nicht den Kopf in den Sand zu stecken und es beim Nikolauslauf in Herdecke und vielleicht beim Weihnachtslauf in Witten noch mal zu versuchen, bevor dann der Silvesterlauf von Werl nach Soest einen erfreulichen Jahresabschluß bilden sollte.

 

 

 

20. Nikolauslauf,  Herdecke,  06.12.2003

- Genuß, Erfolg und Präsente -

 

Speziell vorbereitet habe ich mich auf den Nikolauslauf nicht. Ein extensives Intervalltraining zwei Wochen vorher. Und die Woche vorher habe ich es wie gehabt ruhig angehen lassen mit einem lockeren 5,7 km-Lauf  3 Tage vorher und einem noch langsameren Lauf über gut 4 km mit 3 Steigerungsläufen am Tag vorher, bei dem mich Chiara auf dem Roller begleitet hat.

Aufgrund des schlechten, nahezu katastrophalen Abschneidens beim Westfalenparklauf in Dortmund hatte ich schon überlegt, ob ich an dem für mich eigentlich schon lange als „Pflichttermin“ notierten Nikolauslauf überhaupt teilnehmen sollte.

Obwohl ich auch Magen-Darm-Probleme hatte, entschied ich mich zur Teilnahme, hatte aber keine sehr hohen Erwartungen. Als Ziel habe ich mir trotzdem einen Schnitt von 5:30 Min/km gesetzt.

 

Die Strecke, die ja auch meine oft gelaufene Runde um den Hengsteysee einschloß und mir gut bekannt war, sollte nach Angaben des Veranstalters ca. 9,8 km lang sein. Ich habe die Strecke allerdings mehrfach online nachgemessen und kam nur auf gut 9,55 km.

Da ich nicht mit Kilometermarkierungen rechnete, errechnete ich mir zur Orientierung Zwischenzeiten an markanten Punkten und kam auf eine zu laufende Endzeit von 53:05 Minuten für die von mir gemessenen 9,55 km.

 

Der Nikolaussamstag begann kalt, grau, trüb und regnerisch. Nicht gerade Läufers Wunschwetter. Ich kam später in Herdecke an als ich wollte und bekam einen Schrecken, als ich den Trubel im Raum mit den Startunterlagen sah. Aber alles halb so wild. Bereits nach 2 Minuten konnte ich 5 € Startgeld gegen meine Startnummer 588 tauschen und hatte noch so viel Zeit, um ein paar mal den Sanitärbereich aufzusuchen.

 

Ich wollte nicht wieder den Fehler machen und mich zu warm anziehen. Und so entschied ich mich trotz Temperaturen von ca. 3°C über Null und teils frischem Wind, nur eine dünne Longtight und ein dickeres, aber kurzärmeliges Funktionsshirt anzuziehen. An den Füßen hatte ich meine neuen Puma Complete Premise, die erstmals Wettkampfluft schnuppern konnten.

 

Das regnerische und trübe Morgenwetter hatte sich inzwischen verzogen. Herrliches klares Winterwetter mit Sonnenschein war den Läufern wohlgesonnen.

Um 14.00 stürmte die Meute aus über 900 Läufern, Walkern und mitlaufenden Ruderern los. Als sich kurz nach dem Start der Weg etwas verengte, gab es etwas „zähfließenden Verkehr“, danach bewegte sich der Lindwurm aber ungehindert Richtung Hengsteysee und ich lag an meinen ersten Zwischenzeitenpunkten ein paar Sekunden im Plus, obwohl ich es locker angehen ließ.

Später stellte ich fest, daß es doch Kilometermarkierungen gibt und orientierte mich an diesen. Zwischen Kilometer 2 und 7 trabte ich schön gleichmäßig und lag immer ein paar Sekunden im Plus, wobei ich zunächst sogar nur im Pulsbereich um 154 lief.

Ich hielt immer ein Weilchen Anschluß an ein Läufergrüppchen und arbeitete mich dann gelegentlich ein Stück im Läuferfeld vor.

Es lief richtig gut und ich konnte den Lauf, besonders als mir auf der Dortmunder Seeseite die Sonne ins Gesicht strahlte, richtig genießen.

Der Puls stieg in den Wettkampfbereich um die 164, trotz leichter Magenprobleme war ich aber weiterhin recht locker.

Kein Vergleich zum Lauf im Westfalenpark, wo ich mich über die Distanz quälte.

Auf den letzten 500 Metern legte ich noch einen kleinen Zahn zu, aufgrund der Magen-probleme jedoch keinen richtigen Endspurt mehr hin, so daß ich noch von 2-3 Läufern kassiert wurde. Das war mir aber so ziemlich egal, da ich sah, daß ich eine Zeit von unter 53 Minuten laufen würde.

Mein Frühstück meinte, sich meinen Zieleinlauf ansehen zu müssen, aber ich konnte schnell den Mund schließen und es überreden, sich wieder in den Magen zurückzuziehen. Glück gehabt. Das war wohl mehr die Vorfreude als Überanstrengung.

 

Im Ziel stoppte ich eine Zeit von 52:51 Minuten und war total glücklich über den unerwarteten Erfolg. Das Tränchen im Auge kam diesmal nicht vom kalten Wind.

Im Zielbereich gab es für die Finisher eine Nikolaustüte mit schöner, origineller Glasmedaille, 3 Varta-Taschenlampen samt Batterien und einem Schokonikolaus. Donnerwetter; nicht schlecht für das Startgeld! Im Verpflegungsbereich wurden heißer Tee, Kaltgetränke und Orangenstücke angeboten.

Nach zwei Tees trabte ich zum Auto, zog mir trockene Oberbekleidung an und ging dann zum Ruderclub, vor dem diverse Stände aufgebaut waren und in dem es unter anderem ein üppiges Kuchenbuffet zu zivilen Preisen gab..

Ich quatschte Uli Sauer von der Internetseite Laufen-in-Witten an, mit dem ich bisher nur Mail-Kontakt hatte, und unterhielt mich ein wenig mit ihm. Später holte ich mir 2 Stück Kuchen und machte es mir gemütlich. In einem Film wurde nochmals der Start und der Zieleinlauf gezeigt.

Die Siegerehrung sollte um 16.00 Uhr stattfinden. Da es für den 10. in jeder Altersklasse einen Sonderpreis geben sollte, ich keine Ahnung hatte, wie viele in meiner Altersklasse angetreten und vor mir eingetroffen sind und ob es noch Urkunden gibt, entschloß ich mich, die Siegerehrung abzuwarten.

Die begann allerdings erst um kurz vor 17.00 Uhr und meine AK war erst gegen ¼ vor 6 an der Reihe.

Ich war natürlich nicht der 10. in meiner AK, sondern, wie ich hinterher an den draußen ausgehängten Ergebnislisten sehen konnte, der 77. von 93 Läufern zwischen 35 und 39 Jahren.

Die letzten 2 Stunden hätte ich mir daher sparen können.

 

Meine offizielle Endzeit wurde mit 52:53 Minuten und einigen Hundertsteln angegeben.

Die Angabe von Hundertsteln bei einer nur ungefähr angegebenen Laufdistanz fand ich irgendwie drollig.

Meine selbst gestoppte Zeit betrug zwar 52:51 Minuten; da ich aber erst ca. 3 Sekunden nach dem Knopfdrücken das Startband erreichte, dürfte die Nettozeit bei 52:48 gelegen haben.

 

Bei den Platzierungen wurde ich insgesamt, auch unter Berücksichtigung von Walkern, Kindern und laufenden Ruderern, 566. von 903 Finishern, landete also am Ende des 2. Drittels. Bei den Männern belegte ich Platz 464 von 598 und, wie gesagt, in meiner Altersklasse Platz 77 von 93 Finishern. 102 Frauen waren schneller als ich, 203 langsamer.

 

Fazit: ein voller Erfolg trotz gesundheitlicher Probleme. Die Auswahl der Bekleidung war genau richtig. Vielleicht haben auch die neuen Schuhe ein paar Sekunden gebracht.

Ich war sehr froh, mich trotz der nicht gerade idealen Ausgangslage nicht vor dem Lauf gedrückt zu haben und konnte nun stolz auf eine neue Bestzeit blicken.

 

 

 

22. Silvesterlauf von Werl nach Soest,  31.12.2003

- Beeindruckender Jahresabschluß -

 

Die Teilnahme an Europas größtem Silvesterlauf hat mich schon länger gereizt. Da traf es sich gut, daß wir vor Monaten zur Silvesterfeier zu Bekannten nach Hamm eingeladen wurden. Da liegt Werl fast auf dem Weg. So reiften schon Wochen vorher konkretere Pläne.

Die Erkältung im Dezember führte zwar zu einem Trainingsrückstand, war aber am Wettkampftag so gut wie weg.

 

Die Nervosität begann schon früh am Tag. Schließlich wollte ich früh in Werl sein, da ich noch nie an einem Wettkampf dieser Größenordnung teilgenommen habe und nicht wußte, auf welche Wartezeiten ich mich bei Shuttletransfer, Nachmeldung, ChampionChip-Ausgabe und Kleiderbeutelausgabe einstellen mußte. Schließlich sollten die Kleiderbeutel ja bis 12 Uhr abgegeben werden.

Ich war schätzungsweise gegen 10:45 Uhr Uhr in Werl, parkte außerhalb in einem Gewerbegebiet auf einem ausgeschilderten Parkplatz und nutzte den Busshuttle zur Stadthalle nach Werl.

Die Nachmeldung mit gleichzeitiger ChampionChip-Ausgabe erfolgte zügig. Ich entrichtete meinen Obolus von 15 € für Nachmelder („Frühbucher“ zahlten nur 10 €) so wie 3 € Leihgebühr und 25 € Pfand für den Chip und durfte mit der Startnummer 5165 an den Start gehen.

Abholung und anschließende Abgabe des Kleidersacks, den ich mit warmen Sachen und einer Piccolo-Flasche füllte, erfolgten ebenfalls problemlos und zügig.

So war bis zum Start um 13.30 Uhr noch eine Menge Zeit, die ich u. a. dazu nutzte, das Auto näher in die City zu holen und mich im Startbereich umzusehen.

Da die Toiletten so voll waren, weil selbst die Läuferinnen schon auf dem Männerklo auf eine freie Kabine warteten, suchte ich mir noch ein stilles Örtchen in der Fußgängerzone, lief mich dann ein wenig warm und reihte mich dann ungefähr in die Mitte des wachsenden, wartenden Läuferfeldes am Start ein. Zwei weibliche „Drill Instructors“ bemühten sich, zu Popmusik das Läuferfeld zu Aufwärmübungen zu animieren. Und schließlich zählte das Feld zur Musik „Stand up for the champions“ von Right said Fred den Countdown von 10 hinunter bis zum Startschuß.

Danach tat sich im mittleren Feld erst einmal gar nichts. Langsam ging es dann im Schritttempo los und nach über 4 Minuten erreichte ich dann trabend die Zeitnehmermatten am Start.

Die Strecke führte an vielen Zuschauern vorbei aus der Stadt hinaus auf die Bundesstraße 1, wo mich ein toller Anblick faszinierte. Hunderte oder tausende von Läufern bewegten sich über die gesamte Straßenbreite eine Kuppe hinauf. Man sah nur unzählige Köpfe. Und knapp über der Kuppe schwebte ein Heißluftballon, der von 5 motorisierten Gleitschirm-fliegern umkreist wurde. Ich war sehr beeindruckt.

 

Den ersten Kilometer, wenn er richtig abgemessen war, passierte ich nach zähem Start nach 6:05 Minuten.

Danach ließ es sich etwas freier laufen. Ich hielt mich meist links auf der B1. Das hatte den Nachteil, daß man leicht die rechts platzierten Kilometermarkierungen verpaßte.

Im Jahr vorher hatte es wohl reichlich Wind von vorne gegeben. Diesmal waren die Verhältnisse besser. Bei ca. 3 Grad über Null war es trocken und fast windstill.

Soweit ich mich erinnern kann, lag ich nach 2 Kilometern unter 12 Minuten. Da sich leichte Magenschmerzen einstellten, beschloß ich irgendwann, mich nicht an den Zwischenzeiten für die 1:25 Std.-Endzeit zu orientieren, sondern am durchschnittlichen 6-Minuten-Tempo für eine 1:30 Std.-Endzeit und darauf „Guthaben“ aufzubauen.

Die Magenschmerzen verschwanden irgendwann und wurden durch leichte Knieschmerzen in beiden Beinen ersetzt.

Zeit herauslaufen und hoffen, daß ich durchlaufen kann war jetzt das Ziel.

Die B1 ließ sich gut laufen. Leichten Anstiegen folgten leichte Gefälle. In den Dörfern, die passiert wurden, war gute Stimmung. Die Leute standen dicht am Straßenrand und feuerten die Läufer an. Mal spielte eine Schützenkapelle oder so, mal versuchte sich ein einzelner Herr an seinem Horn. Und die Kinder streckten ihre Hände aus und ließen sich abklatschen. Ich machte den Spaß mit und hatte selber viel Freude daran. Einige Kinder freuten sich so, als würde es für jedes Abklatschen einen Punkt geben und hinterher der mit der am meisten abgeklatschten Hand zum Abklatschkönig gekürt.

Manchmal hatten die Bewohner Bierstände aufgebaut, an denen diese und wohl auch die Wanderer ihren Durst löschten.

Für die Läufer gab es ungefähr bei Kilometer 7 heißen Tee, von dem ich einen keinen Schluck nahm. Die weitere Getränkestelle ungefähr bei Kilometer 10 (vielleicht waren es sogar zwei) habe ich verpaßt, weil sie auf der rechten Seite aufgebaut war.

Dafür stand links mehrfach ein Fotograf auf einem Podest, dem ich lächelnd in die Kamera winkte. Trotzdem fand sich bei diesem Anbieter hinterher kein Bild von mir im Internet.

Vielleicht wäre auch dafür die rechte Straßenseite besser gewesen.

Aufgrund der vielen Läufer, von denen einige verkleidet waren, konnte ich das Tempo im Feld gut halten und orientierte mich mal an einer Gruppe Läufer der Grubenwehr, die mit Arbeitsjacke und Helm lief, und mal an einer Laufgruppe der WEPA. Die Gruppen ließ ich jedoch nach einer Weile hinter mir und arbeitete mich langsam im Feld vor. Wobei „arbeiten“ eigentlich nicht das richtige Wort ist, da ich mich recht locker fühlte und Spaß hatte, insbesondere an den vom Publikum gesäumten Stellen.

Ich spulte mit recht hohem Puls, aber nicht am Limit, Kilometer für Kilometer ab und sammelte pro Kilometer ungefähr 10 – 15 Sekunden „Guthaben“ auf die 6 Minuten, so daß recht früh absehbar war, daß ich mit einer 1:28er oder vielleicht 1:27er Zeit im Ziel eintreffen würde. Damit war ich auch zufrieden und behielt das Tempo bei.

Bei Kilometer 13 lag ich ziemlich genau bei 1:16 und bei Kilometer 14 bei 1:22, also 2 Minuten „im Plus“. Ich überlegte mir, ob ich 1 km vor dem Ziel noch einmal Tempo machen sollte, ließ es dann aber sein. Es wurde so 1-2 Kilometer vor dem Ziel auch wieder enger und kurviger, als es in die Soester Innenstadt ging. Und schließlich sah ich vor mir die Worte „Ziel“. Es war allerdings das Ziel für die Skater. Noch ein paar Ecken, der Wechsel auf das Kopfsteinpflaster, dichter werdende Zuschauerspaliere – und dann war das richtige Ziel in Sicht. Auf den letzten schätzungsweise 40 Metern legte ich dann doch noch einen Endspurt hin, trieb meinen Puls, der während des Laufes um die 165 pendelte, auf 176 hoch und überholte noch eine gute Handvoll Läufer.

Meine Uhr stoppte ich bei 1:27:44 Std. und war im Ziel recht locker und gar nicht richtig kaputt. Zufrieden nahm ich die Medaille entgegen und versuchte mich zu orientieren, wo es denn wohl was zu trinken geben würde. Ich entdeckte einen Stand mit Tee, ließ mir auch so etwas ähnliches wie ein Schokocroissant geben und füllte später meine Flüssigkeitsspeicher mit dem ebenfalls angebotenen „Bonaqua Sportswater“ auf. Über einem Platz stand groß „Chiprückgabe“, zu sehen war davon aber nichts. Ich holte daher erst meine Wechsel-kleidung, legte einen Oberkörperstriptease auf dem Parkplatz hin, dehnte kurz und gab meinen Chip ab, als ich die nicht ganz an der ausgeschilderten Stelle liegende Rückgabe-stelle dann doch gefunden hatte.

Mit den Shuttlebus ließ ich mich nach Werl zurückbringen und fuhr dann gut gelaunt und laut im Auto singend zu den Bekannten nach Hamm.

 

Die Wahl meiner Laufbekleidung (recht dünne Longtight / kurzes, dünnes Funktionsshirt / dünne Aldi-Laufjacke, HAD als Halstuch) erwies sich als gut, da ich die Jackenärmel auch hochschieben konnte. Die Mitnahme der Schirmmütze erwies sich als sinnvoll für den Zielbereich, da meine Haare klitschnass waren. Der TAO-Laufgurt mit Mineralwasser-Gel-Gemisch war jedoch überflüssig und störte.

 

Die nächsten Tage brachten einen leichten Muskelkater im hinteren Oberschenkelbereich und in den Adduktoren. Ich nehme aber an, daß dies nicht vom Lauf selbst, sondern vom  etwas ungünstigen Sitzen im Shuttlebus kam.

 

Die Endergebnisse erfuhr ich am nächsten Tag aus dem Internet. Gewonnen hat, wie schon im Vorjahr, Ansgar Varnhagen.

Ich selber landete, knapp geschlagen, gemessen nach der Bruttozeit von 1:32:06 Std., auf Platz 3728 von 4883 angekommenen Läufern insgesamt, Platz 3203 von 3862 bei den Männern und Platz 676 von 786 Finishern in meiner Altersklasse.

Zum Glück hat Uli Sauer, den ich im Zielbereich auch getroffen habe, auf seiner Homepage www.laufen-in-witten.de eine Ergebnisliste nach den Nettozeiten veröffentlicht, in der die Platzierung besser aussieht.

Mit meiner offiziellen Nettozeit von 1:27:44 Std., die der von mir gestoppten Zeit entspricht, landete ich im Gesamtfeld auf Platz 3608 von 4883 und in meiner Altersklasse auf Rang 670 von 786 Ankömmlingen.

Eine altersklassenübergreifende Männerzeitenauswertung gab es leider nicht.

Im Internet fanden sich auch Tausende von Fotos und die Urkunden zum Selbstausdrucken.

 

Abgesehen von dem auch im Online-Gästebuch bemängelten Toilettenmangel und den schlechten Ausschilderungen von Chip- und Kleidersackrückgabe fand ich die Organisation gelungen.

 

 

Fazit des Läuferjahres 2003

 

Es war ein Jahr der Aufs und Abs, der Erfolge und Mißerfolge, der Freude und der Frustration.

 

Es brachte die Erfolge des ersten absolvierten 10 Kilometer-Wettkampfes und des ersten Halbmarathons.

Der Freude über die Premieren standen aber die hinter den Hoffnungen und Erwartungen gebliebenen Zeiten entgegen.

Es gab Enttäuschungen über Aufgaben (Eselslauf Volmarstein) und unerwartet schlechte Zeiten (Westfalenparklauf in Dortmund) einerseits und Freude über unerwartet gute Zeiten (Nikolauslauf in Herdecke) und beeindruckende Läufe (Silvesterlauf).

 

Es gab Frust wegen des Verletzungspechs am Jahresbeginn und der wiederkehrenden Knieprobleme, der Erfahrung, daß andere, wie man liest und hört, auch bei weniger strukturiertem Training schon weiter und schneller sind als man selbst, darüber, daß die Laufleidenschaft in Familie und Freundeskreis nicht den erhofften Anklang fand und kaum unterstützt wurde und daß der absolvierte Halbmarathon kaum Anerkennung hervorrief.

 

Andererseits gab es auch viel Spaß an schönen Landschaftsläufen, dem Entdecken neuer Gegenden im Laufschritt und den Stolz auf sich selbst und die ersten Rennerfolge für und gegen sich selbst.

Die Höhepunkte dabei waren der Schnee-Lauf in Oberstdorf (Trainingslauf im Winterurlaub), der erste Zehner in Ennepetal, der erste „Halbe“ in Iserlohn, das (wohl geschaffte) Knacken der 5:30 beim Herdecker Nikolauslauf und der Silvesterlauf als gelungener Jahresabschluß.

Erstmalig erfolgte dieses Jahr ein strukturiertes 10-Wochen-Trainingsprogramm als Vorbereitung auf die Premieren im 10 km - Lauf und im Halbmarathon.

Es war das Jahr, in dem ich wohl auch den Schritt vom fortgeschrittenen Anfänger zum anfangenden Fortgeschrittenen geschafft habe.

 

 

 

 

 

 

 

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